Arte Reportage - Die Bio-Lüge der Biokraftstoffe
Donnerstag, 5. März 2009 | Autor: Maximus der Barmherzige

Es beginnt mit dem Fällen der großen alten Bäume, den Merantis und den Ramin, dem kostbaren roten Tropenholz – es wird zu Gartenmöbeln oder Terrassenböden verarbeitet.
Das Holz minderer Qualität ist Rohstoff für die Papierherstellung. In wenigen Stunden verändert sich das Land: der Jahrhunderte alte Urwald verschwindet unter dem Ansturm der modernen Baumfäll- und Holzver-arbeitungsmaschinen. Mit den Bäumen verschwindet die Artenvielfalt, und sie kehrt nicht wieder zurück.
Die « Entwaldung » schreitet in Indonesien so schnell fort wie in keinem anderen Land der Erde : alle 15 Sekunden verschwindet ein Waldstück in der Größe eines Fußballfeldes. Dann kommen noch die Feuer in der Trockenzeit, mit Absicht entfacht – sie brennen wochenlang und vernichten gewaltige Urwälder.
Diese Brände und der damit verbundene Ausstoß an CO2 rücken Indonesien nach China und den USA an die dritte Stelle der größten „Produzenten“ von Treibhausgasen in der Welt. An Stelle des Urwalds pflanzen sie in Indonesien Monokulturen von Ölpalmen, ein Rohstoff um Treibstoff für Autos daraus zu destillieren – eine rentable Sache, auf kurze Sicht.
Das Europäische Parlament hat beschlossen, darauf bei der Einfuhr bis 2010 eine Steuer von 5,75 Prozent für Biokraftstoffe zu kassieren und bis 2020 von 10 Prozent. Die Folge davon ist, dass ungeheure Mengen von Palmöl zu uns importiert werden – denn es ist viel billiger als Rapsöl, auch weil hierbei viel weniger Handarbeit anfällt.
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Thema: Wirtschaft & Business | Kommentare geschlossen

































